Das Sterben meiner Mutter

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erschienen in Süddeutsche Zeitung
Herbst 2000

 

 

 

 

 

Das Sterben meiner Mutter

 

 

Alles an mir ist traurig. Mein Gesicht, meine Hände, meine Füße, mein Herz. Meine Mutter ist gestern gestorben. Mittags um zwölf.

 

In einem September, wie er schöner nicht sein konnte, im Elternhaus mit dem schönsten Garten drumherum, dem Seerosenteich. Dahinter der kühle, Wald, Weiden mit Kühen, darüber eine ländliche Stille, in der man ihr Grasen hört und ihr Schnaufen. Und in ihrem kleinen Nähzimmer, mit halb heruntergezogenen Rollos, liegt meine Mutter auf dem Sterbebett.

 

Plötzlich ist alles sehr schnell gegangen. Das, was vor zehn Monaten mit einem Tumor begonnen hatte. Mit einer Operation, die sich über drei Tage erstreckte, in der außerdem eine Niere entfernt wurde, ein Stück Lendenwirbel. Aus meiner Mutter. Damals war sie vierundsechzig. Jetzt ist sie fünfundsechzig. Sechsundsechzig wird sie nicht mehr werden.

 

Kein Sterbenswort wollte sie wissen vom Tod, wies Fragen ab, ging jeden Tag mit dem Hund spazieren, wenn auch unter morphiumgedämpften Schmerzen, kochte, stritt sich mit der Putzfrau. Mein Vater fuhr sie von einer Untersuchung zur anderen Behandlung.

 

Vor zwei Wochen telefonierte ich mit ihr. Sie klang wirr. Ich dachte, es liegt am Morphium. Tags darauf liegt sie schon im Krankenhaus. Die Kinder eilen aus ganz Deutschland zusammen. Ich fühle nichts, sage ich zu den am Zug vorbeisausenden Bäumen, ich fühle gar nichts. Vom Bahnhof in die Uniklinik, lange Gänge, halb angezogene Gestalten mit Gehhilfen, Station 302. Meine Mutter am Tropf, Katheder, die Augen fallen ihr zu und zu und zu. "Der Tag ist zu schön, um im Bett zu liegen", sagt sie und schaut aus dem Fenster. Septembersommer. Blau, klar, blumig, warm.

 

Mein jüngster Bruder trifft ein. Er fürchtet sich. Wie soll er ihr gegenübertreten, was sagen, Abschied, letzte Worte, was wird er sehen müssen? Zusammen sitzen wir am Krankenbett, sprechen über Gestern, Heute, Morgen. "Diesmal ist es anders", sagt sie. "Überall Schmerzen. Ich kann es nicht aushalten." Als wir gehen, schläft sie.

 

Eine Woche später bringt mein Vater meine Mutter heim. Keine künstliche Niere, keine künstliche Ernährung, kein verkabeltes Sterben im achten Stock einer Uniklinik.

 

Drei Schwestern, teilweise in Sterbebegleitung ausgebildet, wachen rund um die Uhr. Sie führen ihr weder Flüssigkeit noch Nahrung zu. Beate von der Sozialstation organisiert das Sterben kompetent und gefühlvoll, zusammen mit Meike, der Nachbarin, beste Freundin meiner Mutter, seit vierzig Jahre Krankenschwester, die in diesen Tagen meine Mutter in dieser Familie vertritt.

 

Mein Vater erträgt es nicht mehr, lange am Bett zu sitzen, arbeitet an seinen Büchern, beschriftet Trauerbriefumschläge. Mein jüngster Bruder hat Urlaub, kommt selten ins Sterbezimmer, kann es nur schwer aushalten. Und trotzdem sagt er: "Ich möchte nirgendwo anders sein als hier." Er kauft ein, räumt das Geschirr weg, hilft mit seiner Anwesenheit jenen Geschwistern, die arbeiten müssen und ihre eigenen Familien haben.

 

Seit vier Tagen liegt meine Mutter im Koma. Ich kann mich nicht mehr auf meine Arbeit konzentrieren, jederzeit abrufbereit. Ich fühle, dass mein Bruder Recht hat. Werfe irgendwas in die Reisetasche. Lasse alles hinter mir, als ich in den Zug steige. Alles kann warten.

 

Der fünfte Tag. Das Sterbezimmer. Zwei Kerzen brennen, ein Blumenstrauß, Meike, die viel von Anthroposophen gelernt hat, besteht darauf.

 

 Das Rollo ist halb heruntergelassen, ein Schleimabsauggerät, zwei Stühle rechts und links vom Bett, Spritzen, Watte. Die Wachen wechseln in drei Schichten. Sie kennen meine Mutter nur als provisorische Leiche.

 

Eva, ehemalige Hebamme, sagt in gebrochenem Deutsch: "Muss respektieren, was Leben wünscht." Junge Lernschwestern in der Nacht mit Kreuzworträtseln und frischen Gesichtern. Sie prüfen den Puls, der sehr kräftig ist. Sie sehen das langsame Zu Ende gehen besser als ich. "Die Ohrläppchen werden weiß", flüstern sie.

 

Das Leben zieht sich langsam aus meiner Mutter zurück. Die Beine werden nicht mehr gebraucht, ihre Arme sind nutzlose Fleisch-Knochen-Haut-Verbindungen, daran die Hände, schlaff. Ihr Mund ist innen schwarz verkrustet und ständig läuft Blut aus dem Mundwinkel. Die Brust hebt und senkt sich, ihre Augen sind verdreht, sie kämpft keuchend, röchelnd, rasselnd. Das Begreifen setzt plötzlich ein. Meine Mutter hat uns schon verlassen.

 

Ich sitze neben ihr, flüstere kurze Sätze in ihr Ohr, streichele ihre weiche Haut, wünsche ihr guten Morgen. Die Schwester fragt mich leise nach ihrem Leben, und ich erzähle von ihrem Temperament, von ihrem Hund. Jedes Wort schwemmt Tränen hoch und fort.

 

Wie lange wird das gehen? Keiner weiß es. Wenn ihr Atem ausbleibt, erschrecke ich fürchterlich. Atme, denke ich, atme!, obwohl es doch anders besser gewesen wäre. Sie ist so fremd, so fern, so unerreichbar. Fliegen lassen sich auf ihr nieder. Die Schwester und ich jagen sie mit der Fliegenklatsche, dabei kichern wir und sagen: "Nein, wenn sie auf ihrem Brustkorb sitzt, schlage ich nicht zu."

 

Ich gehe in den Wald, meine alten Kinderwege, hügelauf, hügelab, die Bäche, die abgeholzten Baumstämme, es surrt und knackt und ist doch ganz still, und plötzlich sehe ich mich selbst neben mir laufen, ein zehnjähriges, schüchternes Mädchen auf Augenhöhe mit den Kühen. Daneben ich, eine erwachsene Frau, die Schritte größer, der Blick immer noch geübt darin, jede Schnecke zu entdecken, jedes moosbewachsene Fleckchen, über das eine Spinne ihr glitzerndes Netz gespannt hat. Die Namen der Menschen in den Häusern hinter unserem, wo früher Pflaumenbäume zwischen Kuhfladen standen, sind mir fremd. Ich wohne schon seit zweiundzwanzig Jahren nicht mehr hier. Lebe ein anderes Leben. Brauche keine Mutter mehr. Oder doch? Sie ist der Mensch, den ich am längsten kenne.

 

"Meike, wie geht es Dir", frage ich die Nachbarin, die Rothändle-rauchend auf der Terrasse sitzt, nachdem sie meine Mutter gewaschen hat. Sie bricht in Tränen aus. "Das ist alles, was ich noch für sie tun kann." Frauenhände drehen den Kopf meiner Mutter mal hier, mal dahin, ein kleines Kissen zur Unterstützung. Ihre Nachthemden haben sie hinten aufgeschnitten, sie werden zweimal am Tag gewechselt. Ich wasche und bügele sie sehr sorgfältig. Meine Mutter hat immer alles gebügelt.

 

Durch das Haus bin ich gegangen. Dort steht ihre Bügelmaschine, kleine Zettel mit ihrer altertümlichen Schrift, Telefonnummern, Maschenzahlen von Pulloverärmeln, Einkaufslisten. Schubladen habe ich aufgezogen und Bedienungsanleitungen gefunden, weiße Socken und dunkle Feinstrumpfhosen. Abgelegte Handtaschen. Bahnhofskiosk-Literatur, Paperback-Liebesromane belegen die untersten Bretter von hohen Regalen, in denen oben die Bildbände, die Nachschlagewerke, die Literatur, die Reiseerzählungen meines Vaters stehen. "Träumen darfst Du nur nachts", sagte sie einmal zu mir, und ich wiederhole den Satz Meike, mit der ich in der Sonne sitze. Sie erzählt mir Dinge von meiner Mutter, von denen ich nichts wusste. Wir setzen ihr Leben neu zusammen.

 

Eine Jeans von ihr liegt noch in der Wäsche und im Bad steht die Nachtcreme, die Handcreme, der Lippenstift.

 

"Ein ganz seltsamer Ausnahmezustand", sagt mein Bruder.

 

"Es soll ein Ende sein", sagt mein Vater am sechsten Tag und verabredet mit der Ärztin das Entfernen des Absaug-Gerätes. Ich lasse mir von Meike ausführlich die Einzelheiten erklären, Flammen lodern in mir hoch, sie soll nicht ersticken wie ein ertränktes Katzenjunges. Meike beruhigt mich, das Risiko sei klein.

 

Nachts, wenn das Haus still ist, hört man ihr rasselndes Röcheln im ganzen Haus. Der Puls wird schwächer, sagen die Schwestern zueinander. Das Gehirn wird nicht mehr durchblutet, sagt die Ärztin. Sie braucht es nicht. Ein Körper braucht vor allem Herz und Lunge. Keine Augenreflexe mehr. Und ich neige mich über das schlaffe Ohr meiner Mutter und flüstere: "Mach Dir um den Haushalt keine Sorgen, wir haben beim Einkaufen nichts vergessen, und die Wäsche wird gemacht."

 

Schillernde Libellen surren über den Seerosenteich. Überreife Brombeeren fallen von den Sträuchern. Die Hufe eines Pferdes klackern auf der Strasse. In der Küche leckt der Hund heimlich die Teller in der Spülmaschine ab. Der Briefträger kommt. Zwei Kinder schlendern den Weg zum Wald hoch. Über allem strahlt die Sonne.

 

"Könnten wir sie nicht in den Garten schieben?" fragt mein Vater. Mein Bruder und ich sind begeistert. Man müsste den Schrank im Flur verrücken, damit das Bett um die Ecke kommt. Die Idee scheitert an der Tür, die ist zu schmal, da passt das Bett nicht durch. "Ihr seid verrückt!", sagt Meike. "Ein Sterbender braucht eine kleine, geschützte, gedämpfte Atmosphäre, damit er sich sicher fühlt. Stellt Euch vor, dieser ganze, weite Himmel, dieses Unendliche. Das jagt ihr doch Angst ein."

 

Der siebte Tag. Mein Bruder besucht alte Freunde, ich koche Brombeermarmelade. Das Telefon klingelt ununterbrochen und je öfter wir über ihren Zustand berichten, desto tauber wird unser Gefühl dazu. Eine Nachbarin steht vor der Tür, will meine Mutter sehen, Meike schaut ihr in die Augen, nimmt ihre Hand und sagt: "Behalten Sie sie so in Erinnerung, wie Sie sie kennen." Die Nachbarin nickt und geht wieder. Eine andere hat Kuchen abgegeben. Die Bäuerin von gegenüber, bei der meine Mutter seit dreißig Jahren ihre Eier holt, die lasse ich ein, und sie wirft einen Blick auf die Sterbende, nimmt ihre Hand und sagt: "Ach, Sigrid." Und zu mir: "Sie hat noch viel Farbe im Gesicht."

 

Aber ihre Nase ist ganz spitz geworden und die Wangenknochen treten hervor, ihre Stirn ist ganz glatt. Ihr Bauch ist aufgetrieben, als sei sie mit dem siebten Kind schwanger.

 

"Warum verdurstet sie nicht?" Ihr Körper ist von Wasser aufgeschwemmt, als sprudele in ihr eine Quelle.

 

"Wir brauchen neue Kerzen." Mein Bruder fährt ins nächste Dorf.

 

In einem Aschenbecher im Wohnzimmer finde ich ihre Ohrringe und ihren Ehering. Ich nehme ihre gewaschene Jeans von der Leine und denke: "Die bügele ich nicht."

 

Eva streichelt meine Hand und sagt gebrochen: "Sie wird ruhig einschlafen. Keine Kampf. Ich kennen das. Aber ihr Herz schlägt noch wie Glocken."

 

Wie lange noch?

 

Lesen kann ich nicht. Rede leise mit meinem Bruder, der in Shorts im Garten liegt. Mein Vater kocht mittags schnelle Gerichte. Wir essen auf der Terrasse. Er hat ein Gedicht von Rilke für die Trauerkarten ausgesucht. "Herbst".

Meine Mutter hat Fieber. Ein feuchter Waschlappen liegt auf ihrer Stirn. Wir öffnen die Tür zum Flur, um Durchzug zu machen und jeder, der ins Bad will, geht an ihr vorbei. Meike kämmt ihre dünnen, weißen Haare. Meine Schwester wird vom Bahnhof abgeholt.

 

Ich kaufe blaue Blumen in der Stadt, in einem Topf. "Ist aber keine Zimmerpflanze!", sagt die Verkäuferin. "Das überlebt die nicht lange." "Das macht nichts," sage ich.

Meine Mutter sieht sie nicht, als ich sie neben die Kosmetiktücher, die OP-Handschuhe, die Tupfer stelle. Meike sind sie zu dunkel. "Leuchtende, helle Farben müssen es sein."

 

Ich sitze schweigend bei meiner Mutter, die Füße auf dem Bett. Ich weine nicht.

Es gelingt mir nur schwer, in ihren offenen Mund zu schauen, selbst die Zähne sind schwarz vor Blut. "Musst Du auch nicht", sagt Meike und legt mir die Hand auf die Schulter. Der Mund wird ausgetupft, aber es ist kaum etwas zu machen. Der Hund kommt herein, geht einmal durchs Zimmer, findet seinen angestammten Sofa-Schlafplatz besetzt und trottet wieder hinaus. Ich hätte es gern gehabt, wenn er die Hand meiner Mutter geleckt hätte, aber er tut mir den Gefallen nicht.

 

Am Abend sitzen wir um den Kamin, Rotwein wird geöffnet, Pistazien in Schüsseln, wir lachen viel und manchmal gibt es eine lange Pause.

 

Der achte Tag. Der alte Rhythmus des längst vergangenen Familienlebens geht weiter: Mittagessen um halb zwölf, Ruhezeit, Kaffee, Abendessen um sechs. Am Morgen ist mein Vater um halb sieben wach. Ich um acht. Koche Kaffee für meinen Bruder - meine Schwester trinkt Tee. Sehe nach meiner Mutter, "der Puls ist schwächer", sagt Helene, die um sieben ihren Dienst angetreten hat. Ich stopfe die aufgeschnittenen Nachthemden in die Maschine. Heute Nachmittag werde ich eine Freundin aus jugendlichen Tagen besuchen, die ich seit Jahrzehnten nicht gesehen habe. "Man kann auf den Tod nicht warten", sagt Meike.

 

Sie kommt mit einer Spritze. Der linke Arm meiner Mutter zuckt, ihr Kopf bewegt sich ruckartig hin und her. Zerebrale Zuckungen, sagt die Ärztin. Das Morphium, seit Tagen abgesetzt, wird wieder gespritzt, und irgendetwas anderes, dessen Namen ich mir nicht merken kann.

 

Mein Bruder macht Krabben mit Rührei zu Mittag. Mein Vater Salat. Meine Schwester deckt den Tisch im Schatten auf der Terrasse. Ich sitze kurz bei Helene, erzähle ihr flüsternd die Krankengeschichte meiner Mutter, sie zieht das Rollo herunter, damit das grelle Sonnenlicht nicht auf meine Mutter fällt. Wir lassen die Tür offen, ich setze mich an den Mittagstisch, wir essen ein paar Bissen.

 

Helene ruft: "Kommen Sie!" Mein Vater steht auf. Ich lege die Gabel nieder. Eine Minute später folgen wir ihm und stehen um das Totenbett. Meine Mutter atmet nicht mehr. Mein Vater drückt ihr die Augen zu. Mit einem Satz springt mich die Trauer an, kriecht meinen Hals hoch, bricht in Tränen aus. "Endlich", sagt meine Schwester. Mein Bruder steht stumm. Wir umarmen uns. Meike kommt herein, ich laufe in den Garten, suche einen Platz auf dem Rasen unter einem Strauch, kauere mich zusammen, stehe auf, gehe wieder auf das Haus zu, über die Terrasse, ins Wohnzimmer, über den Flur, in das Totenzimmer, Schwester Helene fängt mich auf, Meike drückt mich an sich, meine Mutter rührt sich nicht. Ich streiche über ihre warme, tote Hand.

 

Zehn Minuten später. Telefonate. Die Ärztin. Beate. Die Geschwister in anderen Städten. Ich gehe zurück, sitze am Bett, die Tür steht offen, ein kühler Luftzug, der Bauch meiner Mutter, der hebt sich doch, oder nicht? Ihr blutiger Mund steht immer noch offen.

 

Alle Farbe ist aus ihrem Gesicht gewichen, als Beate kommt, das Handy am Gürtel. "Kann man etwas mit dem Mund machen?" Sie schickt uns hinaus, wir sollen Strümpfe besorgen. Was hat sie am liebsten getragen? Sie holt eine Schüssel Wasser aus dem Bad. Meike steht am Bett und sagt zu meiner Mutter: "Das hast Du gut gemacht, einmal hast Du Dir die Zeit genommen, die Du haben wolltest. Und alle mussten warten." Dann laufen ihr die Tränen die Wangen herunter. Die Tür schließt sich hinter ihr und Beate und meiner toten Mutter.

 

Eine halbe Stunde später ist alles still. Die Tupfer, Schalen, Wattelagen sind verschwunden, die Kerzen brennen immer noch, meine Mutter trägt eine silberne Bluse mit hohem Kragen, darüber ihr Gesicht. Das Kinn ist hochgebunden, ihr Mund ist schön geschwungen und genauso blassgelb wie ihre Wangenknochen, ihre Stirn, ihre über der Brust verschränkten Hände. Ein fremdes, fernes, schönes Gesicht. Die geschlossenen Augen schauen nicht nach innen und nicht nach außen.

 

Ich rauche eine Zigarette im Totenzimmer. Brauche eine Minute der Überwindung, bis ich meine Hand hinter ihren warmen Nacken schieben kann, um ihr die Kette mit ihrem irischen Kreuz umzulegen. Sitze bei ihr, solange ich kann.

 

Das Haus füllt sich mit Geschwistern, Ehegatten, Enkelkindern. Mein zehnjähriger Neffe kauert nackt am Seerosenteich in der Sonne und fischt mit einem Käscher darin herum. Er hebt ihn hoch. "Guckt mal, eine Libelle. Die ist genauso tot wie Oma."

 

 

 

© Gabriele Bärtels 2000 ---------------------------------------------------------------------- Das Kopieren des Textes ist nicht erlaubt.